Prävalenz und Folgen von Übergewicht

Die derzeitige Prävalenz von Übergewicht im Kindes- und Jugendalter beläuft sich in Deutschland auf ca. 15%. Übergewicht und Adipositas können sich negativ auf die Gesundheit auswirken. Etwa 50 % der adipösen Kinder und Jugendlichen sind bereits von einer Folgeerkrankung betroffen.  

1. Prävalenz von Übergewicht

Die derzeitige Prävalenz (Krankheitshäufigkeit) von Übergewicht im Kindes- und Jugendalter beläuft sich in Deutschland laut der vom Robert Koch-Institut in den Jahren 2003 bis 2006 durchgeführten "Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland" (KiGGS) auf 15%. Ca. 6 % aller Kinder sind sogar adipös.

Von 1985 bis 1999 hatte sich die Anzahl der Kinder und Jugendlichen mit Übergewicht um 50% erhöht, die Anzahl der adipösen Kinder und Jugendlichen sogar verdoppelt. Hinzu kam, dass die übergewichtigen Kinder immer schwerer wurden.

Mittlerweile scheint der Trend zwar zumindest gebrochen, wie die Arbeitsgruppe von Prof. Martin Wabitsch von der Universitätskinderklinik in Ulm nach Sichtung der Untersuchungsergebnisse von mehr als 600.000 Einschülern aus allen Bundesländern festgestellt hat: Die Auswertung kommt zu dem Ergebnis, dass nahezu alle Bundesländer einen leichten Rückgang der Prävalenzzahlen für Übergewicht und Adipositas bei Einschülern verzeichnen können.
Aber immer noch gelten 11,9 % der Schulanfänger in Bremen und Thüringen als übergewichtig, im Saarland wird 5,4% der Einschüler gar eine Adipositas bescheinigt. Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz verzeichneten sogar einen Anstieg übergewichtiger und adipöser Kinder.

Ein entspanntes Zurücklehnen bei den Bemühungen um mehr Bewegung und ausgewogenere Ernährung ist diesen Zahlen zufolge noch lange nicht möglich.

2. Gesundheitliche Folgen von Übergewicht

Übergewicht und Adipositas können sich negativ auf die Gesundheit auswirken. Etwa 50 % der adipösen Kinder und Jugendlichen sind von einer Folgeerkrankung betroffen.  Je ausgeprägter das Übergewicht, desto höher ist das Risiko für Folgeerkrankungen wie erhöhter Blutdruck, Fettstoffwechselstörungen, Diabetes mellitus Typ 2 oder orthopädische Störungen beispielsweise an den Fuß- und/oder Kniegelenken. Übergewicht und Adipositas wirken sich ebenfalls negativ auf die körperliche Leistungsfähigkeit aus. Übergewichtige Kinder und Jugendliche schneiden im Vergleich mit normalgewichtigen Altersgenossen bei Ausdauer, Koordination, Beweglichkeit und Kraft deutlich schlechter ab. Daraus kann sich ein Circulus vitiosus entwickeln. Übergewichtige oder adipöse Kinder und Jugendliche leiden zudem häufig unter einem erniedrigten Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen. Ihre Lebensqualität ist häufig beeinträchtigt und es tritt eine höhere Rate an psychischen Erkrankungen auf.

55 % der adipösen Kinder und 75 % der adipösen Jugendlichen bleiben auch im Erwachsenenalter übergewichtig oder sogar adipös. Im Erwachsenenalter geht das frühe Übergewicht mit einer deutlich erhöhten Krankheitshäufigkeit (Morbidität) und Sterberate (Mortalität) einher.

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Weiterbildung Kommunale Gesundheitsmoderation

Die Weiterbildung Kommunale Gesundheitsmoderation wurde 2013/14 im Rahmen von IN FORM entwickelt und erprobt. Sie richtet sich an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus kommunalen Verwaltungen, die für die Gesundheitsförderung in ihrer Kommune zuständig sind und eine ressortübergreifende Strategie entwickeln möchten.

 

© Andreas Gärtner

Literatur

"Obesity and the Economics of Prevention: Fit not fat"
Umfassende Analyse der gesundheitspolitischen und wirtschaftlichen Auswirkungen von Initiativen gegen Fettleibigkeit in fünf Ländern (in Englisch oder Französisch)

Weblinks

KIGGS-Studie
Webseite der Langzeitstudie des Robert Koch-Instituts zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland

IDEFICS-Studie
Webseite der IDEFICS Studie ("Identification and Prevention of Dietary and Lifestyle induced health effects in children and infants") des Bremer Instituts für Präventionsforschung und Sozialmedizin (BIPS), die Risiken von Übergewicht und Fettleibigkeit bei Kindern sowie damit verbundenen Erkrankungen erforscht

DONALD-Studie
Webseite der DONALD-Studie ("DOrtmund Nutritional and Anthropometric Longitudinally Designed"), einer offenen Kohortenstudie, an der derzeit über 700 gesunde Kinder und Jugendliche teilnehmen, bei denen vom Säuglings- bis ins Erwachsenenalter in regelmäßigen Abständen detaillierte Daten zum Ernährungsverhalten, Wachstum, Entwicklung, Stoffwechsel und Gesundheitsstatus erhoben werden

KOPS-Studie
Webseite der Kieler Adipositas Präventions Studie zu Prävalenz, Risikofaktoren und Präventionsmaßnahmen

www.adipositasstigma.de
Webseite mit dem Ziel, wissenschaftlich über die Adipositas, das Adipositasstigma und stigmareduzierende Ansätze zu informieren