Toronto Charta für Bewegung: Ein weltweiter Aufruf zum Handeln

Obwohl körperliche Inaktivität international als ein wesentlicher gesundheitlicher Risikofaktor anerkannt ist, wird ihr in vielen Ländern immer noch weniger Aufmerksamkeit geschenkt als anderen Risikofaktoren für nichtübertragbare Krankheiten (z. B. Rauchen, unausgewogene Ernährung, Übergewicht).

Es muss dabei nicht immer Sport sein - auch wenn er in besonderem Maße gesundheitsförderlich sein kann: Schon alltägliche Bewegungen, wie Treppensteigen, Radfahren und Gartenarbeit sind der körperlichen und seelischen Gesundheit zuträglich. Auf diesen Zusammenhang verweist auch eine Publikation des Bundesministeriums für Gesundheit. Das Positionspapier "Bewegungsförderung als notwendiger Bestandteil in Prävention und Gesundheitsförderung" wurde von einer Expertengruppe im Rahmen des Nationalen Aktionsplan IN FORM erarbeitet. Es fasst wissenschaftliche Fakten zusammen, nennt politische und zivilgesellschaftliche Zielstellungen der Bewegungsförderung und zeigt Handlungsmöglichkeiten für ein Mehr an Bewegungsförderung auf.

Das Globale Kommitee für Bewegung (Global Advocacy for Physical Activity -  GAPA) der Internationalen Gesellschaft für Bewegung und Gesundheit („International Society for Physical Activity and Health“, ISPAH) hat daher im Jahr 2009 die Entwicklung der ersten Charta für Bewegung als globalen Aufruf zum Handeln initiiert. Im Mai 2010 wurde das Papier auf dem Internationalen Kongress für Bewegung und Öffentliche Gesundheit in Toronto, Kanada, erstmals vorgestellt. Nun liegt die Charta auch in deutscher Sprache vor.

Eine strategische Anwendung der Charta fördert die intersektorielle Zusammenarbeit auf allen Ebenen und kann einen wichtigen Beitrag zur Verbreitung eines bevölkerungsweiten aktiven Lebensstils leisten. Die Charta ist ein "Aufruf an alle Länder, Regionen und Gemeinschaften, sich für mehr politisches und soziales Engagement einzusetzen, um gesundheitsfördernde Bewegung für alle zu unterstützen". Die Verfasser und Verfasserinnen der Charta nennen zahlreiche Ansatzpunkte um die körperliche Aktivität der Bevölkerung zu fördern: Maßnahmen der Stadtentwicklung, steuerliche Anreize, Medienstrategien, Anpassung schulischer Lehrpläne etc.

Quellen:

Mehr Bewegung im Kinderalltag - aber wie? Einige Ideen und Anregungen

  • Schule, Kita, Lebensräume bewegungsfreundlich gestalten
  • Mehr Bewegung im Unterricht? Muuvit machts vor
  • Bildungswalking - Vereine sprechen Eltern an
  • Stadt - Land - gesund. Tagungsdokumentation

Weiterbildung Kommunale Gesundheitsmoderation

Die Weiterbildung Kommunale Gesundheitsmoderation wurde 2013/14 im Rahmen von IN FORM entwickelt und erprobt. Sie richtet sich an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus kommunalen Verwaltungen, die für die Gesundheitsförderung in ihrer Kommune zuständig sind und eine ressortübergreifende Strategie entwickeln möchten.

 

© Andreas Gärtner

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