Stadt mit Bewegung, Spiel & Spaß

Der interdisziplinäre Fachtag erfreute sich einer hohen Beteiligung aus den unterschiedlichsten Bereichen. Nicht nur Stadtplanung und Verkehr, sondern auch Vertreter aus den Bereichen Umwelt, Statistik, Geodaten, Grünplanung, Sport, Gesundheit, Bildung, Jugend, Soziales, Familie nahmen an der Veranstaltung teil. In zwei Workshop-Runden wurden anhand von Stadtplänen Ansatzpunkte für eine bewegungsfreundlichere Stadt erarbeitet. Die Pläne wurden von der Universität Duisburg-Essen bearbeitet und mit unterschiedlichen Kriterien, je nach Workshop-Thema, versehen. So wurden Klimadaten, Anteil an Kindern und Bevölkerungsdichte, das Wegenetz, Radwege, Spielplätze, Grünflächen visualisiert. In der ersten Workshop-Runde wurde die gesamte Stadt betrachtet, in der zweiten lag der Fokus auf den Stadtteilen Innenstadt und Speldorf.

Zentrales Ziel: Stadträume für ein gesundes Leben gestalten


Dabei wurden gleichermaßen Kinder, Jugendliche und Ältere als Zielgruppen betrachtet. Der Fokus lag auf der Betrachtung der Zusammenhänge zwischen gebauter Umwelt, sozialen Lagen und Mobilität – insbesondere  Fußgänger und Radfahrer - Stadtklima, Gesundheit und Sport und aktive Alltagsbewegung. Urbane Mobilität: An den Bedürfnissen von Fußgängern und Radfahrern orientieren.

Die urbane Mobilität sollte sich an den Bedürfnissen von Fußgängern und Radfahrern vor allem im öffentlichen Raum orientieren. Die Bandbreite an Ideen reichte von baulichen Einzelmaßnahmen wie dem Ausbau von Zebrastreifen (Vorrang für Fußgänger) bis hin zu öffentlichkeitswirksamen Maßnahmen zur Verhaltensänderung wie „Fahrradfahren muss cool sein“.

„Stadtklima“ und „Bewegungsräume schaffen“ haben dieselben Ziele

Übergreifend wurden die Verbesserung der Orientierung verschiedener Altersgruppen und altersgerechte Stadtpläne für Fußgänger und Radfahrer vorgeschlagen. Als nachteilig wurden die schlechte Zugänglichkeit von Grünflächen sowie die unzusammenhängende Grünflächenstruktur und die ungenutzten öffentlichen Räume aufgedeckt. Kreative Vorschläge zur Entsiegelung öffentlicher Flächen und die temporäre Nutzung von Baulücken und Brachflächen wurden diskutiert.

Stadt muss für Kinder und Jugendliche attraktiver werden

Als problematisch wurde festgehalten, dass die Innenstadt und die nördlichen Stadtteile zu wenige Bewegungs- und Spielflächen im Freien bietet und insgesamt mehr Bewegungsräume im Stadtbild geschaffen werden müssen. Außerdem sollte die Zugänglichkeit zu Wasser und zu Grünflächen verbessert werden. Plätze und Straßenräume (freie Orte) sollen für unterschiedliche Aktivitäten stärker nutzbar gemacht werden.

Alltagsbewegung fördern durch „gehfreundlich“ gestaltete Stadträume


Als besonders wenig einladend für das Zufußgehen und für aktive Bewegung im Allgemeinen wurden das nördliche Bahnhofsumfeld sowie der Kaiserplatz bewertet. Dabei wurden Ideen wie verkürzte Rot-Phasen für Fußgänger, verkürzte Abstände von Querungsmöglichkeiten an großen Straßen, insgesamt bessere Orientierungsmöglichkeiten zu schaffen, verkehrsberuhigende Maßnahmen sowie die Verbesserung der Qualität von Straßenräumen für Fußgänger.

Demografische Veränderungen bringen neue Herausforderungen

Stadtteile, die sich im Umbruch befinden, bieten „Gelegenheitsfenster“ für die Umsetzung von Maßnahmen zur lokalen Klimaanpassung. So haben Schulhofbegrünungen auch einen positiven Einfluss auf das lokale Stadtteilklima. Zur Vermeidung des Hitzeinselpotenzials sollte auch über geeignete Gebäudetypologien nachgedacht werden, die Frischluftströmungen nicht blockieren. Ungenutzte Freiflächen sollten für Zwischennutzungen wie z.B. Urban Gardening freigegeben werden.

Mehrfachnutzung vorhandener Flächen

Insbesondere in der Innenstadt ist es schwierig neue Freiflächen zu schaffen, daher wurden Ideen wie die zeitweise Nutzung von Hauptverkehrsstraßen als Spielräume für Kinder sowie die Einrichtung von Dachgärten wie z.B. HBP5 Parkhaus genannt. Viel Potenzial wurde in Speldorf für die zukünftige Nutzung des Depots sowie in der Hansastraße aufgedeckt. Auch großräumige Ideen, wie in Speldorf/Nord und Styrum/Süd die Zugänglichkeit zum Ruhrufer zu schaffen, damit dieses als Erholungsraum genutzt werden können, wurden erörtert.

Mobilitätsmuster werden vererbt


Neben den diskutierten räumlichen Bedingungen ist selbstverständlich auch das persönliche Verhalten für einen gesundheitsbewussten Lebensstil entscheidend. Insbesondere Eltern sind hier Vorbilder für ihre Kinder. Die Verkehrssituation vor den Kitas und Schulen soll daher entschärft werden. Mülheim möchte zukünftig Familien dabei unterstützen, öfter auf das Auto zu verzichten.

Die Ergebnisse sollen in den Masterplan Spiel- und Bewegungsräume eingearbeitet werden. Das Fazit der Fachtagung:
 
Mutig denken und handeln für mehr Lebensqualität aller Generationen!


Ergebnisbericht zur Tagung

Zur Pressemeldung

Weiterbildung Kommunale Gesundheitsmoderation

Die Weiterbildung Kommunale Gesundheitsmoderation wurde 2013/14 im Rahmen von IN FORM entwickelt und erprobt. Sie richtet sich an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus kommunalen Verwaltungen, die für die Gesundheitsförderung in ihrer Kommune zuständig sind und eine ressortübergreifende Strategie entwickeln möchten.

 

© Andreas Gärtner

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