Kommunale Gesundheitsmoderatoren im Interview
Frau Bresler, Sie gehören zu den ersten Absolventen der Weiterbildung „Kommunale Gesundheitsmoderation“. Was war für Sie persönlich der größte Nutzen der Weiterbildung bisher?
„Ich hatte schon länger die Vorstellung, dass ich mehr Zeit für die Koordination von bestehenden Netzwerken investieren möchte. In der Region Kassel gibt es bereits viele Initiativen. Diese zu bündeln war mein Anliegen. Die Weiterbildung „Kommunale Gesundheitsmoderation“ hat mich darin bestärkt und ich habe die Chance genutzt und die politischen Entscheider darüber informiert, dass ich Kommunale Gesundheitsmoderatorin bin. Diese Initiative hat alles ins Laufen gebracht. Ich habe in der Folge zahlreiche Aufträge erhalten, bin in Gremien dabei und kann meine Arbeit auf die Koordination der vorhandenen Netzwerke ausrichten. Ohne die Weiterbildung wäre das sicher nicht so leicht gewesen und der Zeitpunkt ist günstig. Denn im Zuge des Präventionsgesetztes ist die Koordination der Angebote ein zentraler Aspekt, damit die Gelder der Krankenkassen nicht in lauter parallel laufende Projekte investiert werden. Die Stadt Kassel und der Landkreis wollen hier mit den Krankenkassen einen gemeinsamen Weg finden und ich bin als Gesundheitsmoderatorin dabei.“
Welchen Handlungsbedarf gilt es Ihrem Erachten nach in der Kommune zu decken?
„In der Stadt und dem Landkreis Kassel gibt es vielfältige und sehr unterschiedliche Angebote zur Gesundheitsförderung. Viele Akteure sind unterwegs und bieten viele Möglichkeiten sich zu informieren, zu trainieren oder gemeinsam etwas für eine gesündere Lebensweise zu tun. Gleichzeitig zeigen die kommunalen Erkenntnisse dass noch lange nicht alle Menschen Zugang zu diesen Angeboten haben. Chancengleichheit und Angebote auch für benachteiligte Bevölkerungsgruppen anzubieten sind wichtige Anliegen des Öffentlichen Gesundheitsdienstes und der Kommunen. Im Rahmen des Präventionsgesetzes ist die Koordination und Steuerung präventiver Angebote ein wichtiges kommunales Handlungsfeld.“
Haben Sie bereits mit der Bildung eines Netzwerks begonnen oder sind in der Planung für eines, wenn ja, inwiefern hat die Weiterbildung hier Impulse für Ihr Vorhaben gesetzt?
„In unserer Kommune gibt es schon zahlreiche Netzwerke und es gilt den Überblick zu behalten und beratend bei Bedarf zu unterstützen.“
Fühlen Sie sich durch die Weiterbildung gestärkt, den zukünftigen Herausforderungen, welche auf die Kommune zukommen werden, zu begegnen?
„Ja, die Weiterbildung hat viele aktuelle Aspekte vermittelt und im Alltag drohende Schwierigkeiten aufgegriffen. Es gilt sich den neuen Herausforderungen motiviert aber gelassen zu stellen und sich ihrer Schritt für Schritt anzunehmen.“
Welche Aspekte aus der Weiterbildung zum Kommunalen Gesundheitsmoderator sind Ihrer Meinung nach die Wichtigsten?
„Die Kenntnis der Qualitätskriterien für Netzwerkarbeit und das kritische Hinterfragen von Planungen und Zielen im Zusammenhang mit neuen gesundheitsfördernden Ansätzen auf kommunaler Ebene sind für meine Arbeit unerlässlich. Wichtig war auch das Training der kommunikativen Möglichkeiten und Werkzeuge in der Netzwerkarbeit. Das brachte viel Spaß beim Ausprobieren und später Sicherheit in der täglichen Arbeit.“
Wie sollte Ihrer Meinung nach ein Netzwerk gestaltet werden, um eine starke Grundlage für die gegenwärtigen und zukünftigen Herausforderungen zu bilden?
„Zukünftige Netzwerke sollten mit klaren Zielen, festen Strukturen und verbindlichen Absprachen zwischen den Akteuren handeln und ausreichende Ressourcen für die Netzwerkorganisation haben.“
Glauben Sie, dass die Zusammenarbeit mit verschiedenen Ressorts und Organisationen aus der Zivilgesellschaft in strategischen Netzwerken der richtige Weg für Landkreise und Kommunen ist, um die zukünftigen Herausforderungen meistern zu können?
„Ja, nur gemeinsam und gut informiert mit abgestimmtem Handeln ist die Zukunft zu bewältigen.“
Vielen Dank für das Gespräch!

