Erkenntnisse zu Übergewicht bei Kindern
Nach über 5 Jahren gezielter Forschung und Entwicklung endet IDEFICS, das umfeldbezogene, gemeinschaftsorientierte Interventionsprojekt zu Fettleibigkeit bei Kindern, finanziert durch das 6. EU-Rahmenprogramm. Angesichts der fortschreitenden Ausbreitung von Adipositas (Fettsucht) in Europa muss der erzielte Erfolg aufrechterhalten werden, so dass alle Kinder gesundes Leben erlernen können.
Die IDEFICS-Maßnahmen waren um 6 Schlüsselbotschaften (siehe Aufzählung) angeordnet, die auf Ernährung, körperliche Aktivität und Stress abzielten, um eine gesündere Lebensweise sowohl für Kinder als auch für deren Eltern zu fördern.2 Die noch andauernde Auswertung hofft zu zeigen, dass IDEFICS wirksam war und welches die Hauptfaktoren für die mögliche Wirksamkeit der Intervention waren, bei direkter Vergleichbarkeit der Länder.
In der IDEFICS-Population (N=16.000 Kinder zwischen 2 und 9 Jahren aus acht europ. Ländern) waren Übergewicht und Adipositas bei Kindern verknüpft mit:
- zu wenig Schlafzeit (weniger als 11 Stunden pro Nacht4);
- ungenügender Bewegung (weniger als die empfohlenen 60 Minuten täglich mittlerer bis hoher körperlicher Aktivität);
- zu hoher Medienkonsum (z. B. Fernsehen) (mehr als 14 Stunden pro Woche) und allgemein inaktive Lebensweise;
- bestimmte Familienstrukturen (geringes Einkommen, geringe Bildung, alleinerziehende Eltern, solche mit Migrationshintergrund oder selbst übergewichtige/adipöse Eltern).
Schlüsselbotschaften von IDEFICS:
- Ernährung
- Förderung der täglichen Wasseraufnahme
- Förderung des täglichen Verzehrs von Obst und Gemüse - Körperliche Aktivität
- Weniger fernsehen
- Förderung täglicher körperlicher Aktivität - Stress, Bewältigung und Entspannung
- Mehr Zeit miteinander verbringen
- Angemessene Schlafzeiten erreichen
Die IDEFICS-Grundlagen bieten eine Gelegenheit für Entscheidungsträger, die Prävention von Adipositas und schlechtem Gesundheitszustand in Europa zu verfolgen. Die Wissenschaftler sind bestrebt, die Zusammenstellung und Analyse der Daten fortzusetzen, um zu klären, welches die wichtigsten Lektionen sind. Diese Beweisgrundlage bildet die Basis für eine Reihe von IDEFICS-Richtlinien und –Empfehlungen zu Ernährung, Verhalten und Lebensstil, um die Gesundheit von Kindern zu fördern und Krankheiten vorzubeugen.
IDEFICS-Schlussfolgerung:
Die Hinwendung zu einem gesunden Lebensstil muss durch eine gesunde Umgebung unterstützt werden. Alle Interessengruppen – Wissenschaftler, Gesundheitsfachkräfte, Entscheidungsträger, Interessenvertreter und Konsumenten – müssen zusammenarbeiten, damit Maßnahmen wie das IDEFICS-Projekt funktionieren können. In Anerkennung der Errungenschaften von IDEFICS in den beteiligten Kommunen wurde eine Bürgermeisterplattform für die Interventionsgemeinden etabliert. Bei einem Treffen über die Nachhaltigkeit der Intervention in Göteborg im Mai 2011 unterzeichnete das Netzwerk der Entscheidungsträger und anderer Interessengruppen die IDEFICS-Charta, ein Abkommen für fortgesetzten Einsatz und Aktionen.8 Eine Toolbox stellt die bei IDEFICS verwendeten anpassbaren Module und Kommunikationsstrategien vor, mit denen die Intervention in weiteren Städten erfolgreich umgesetzt werden soll.
Weitere Informationen:
- www.ideficsstudy.eu
- IDEFICS in Kürze
- www.eufic.org | "Erkenntnisse zur Fettleibigkeit bei Kindern – gesund leben über IDEFICS hinaus"
Wie können die Interessengruppen für ein gesünderes Aufwachsen zusammenarbeiten? "Regionen mit peb" hilft bei den notwendigen Vernetzungsschritten und der Kampagnenplanung.
Ergänzende Informationen zum Thema:
Schule: Wer wenig schläft, schneidet schlechter ab - berichtet das Deutsche Ärzteblatt am 21.08.2012 unter Berufung auf einen Artikel im Fachjournal Child Development (doi: 10.1111/j.1467-8624.2012.01834.x).

