Acht Bundesländer verordnen ein "Rezept für Bewegung"
Niedergelassene Ärztinnen und Ärzte und besonders Hausärzte, Orthopäden
und Kinder- und Jugendärzte in Bayern können ihren Patientinnen und Patienten künftig mit einem speziellen Rezeptformular regelmäßige Bewegung verordnen.
Das „Rezept für Bewegung“ ist eine bundesweite Initiative von
Bundesärztekammer (BÄK), Deutscher Gesellschaft für Sportmedizin und
Prävention (DGSP) und Deutschem Olympischen Sportbund (DOSB). In
Bayern hat die Bayerische Landesärztekammer (BLÄK) gemeinsam mit
dem Bayerischen Sportärzteverband e. V. (BSÄV) und dem Bayerischen
Landes-Sportverband e. V. (BLSV) dieses Projekt gestartet. Auch in Bremen haben Landessportbund, Sportärztebund, Kassenärztliche Vereinigung Bremen und die Ärztekammer ein neues Angebot aus der Taufe gehoben. In sechs anderen Bundesländern läuft die präventive Kooperationsinitiative bereits.
Mit dem Rezept für Bewegung werden Patienten angesprochen und auf die gesundheitsfördernden Bewegungsangebote des BLSV mit dem Qualitätssiegel SPORT PRO GESUNDHEIT aufmerksam gemacht. Mit dem Rezept für Bewegung sollen auch Eigeninitiative und -verantwortung der Patienten gefördert werden. Der Arzt vermerkt auf dem Rezept die Empfehlung für eine bestimmte Sportart, wie etwa Rückentraining. Anschließend informieren sich die Patienten im Internet unter www.sportprogesundheit.de über die speziellen, wohnortnahen Kurse. Nach dem Absolvieren des Kurses reichen die Patienten das Rezept mit einer Bestätigung über die regelmäßige Teilnahme bei ihrer gesetzlichen Krankenkasse ein, die den Kurs auf Anfrage durch den Patienten finanziell fördern kann.
Das Qualitätssiegel „SPORT PRO GESUNDHEIT“ wurde vom DOSB in Zusammenarbeit mit der BÄK entwickelt, um eine bundesweite Verbreitung und einen einheitlichen hohen Standard der Gesundheitssport-Angebote sicherzustellen. Damit ein Bewegungsangebot eines Vereins das Qualitätssiegel SPORT PRO GESUNDHEIT vom BLSV oder einem Fachverband erhält, müssen verbindliche Kriterien erfüllt sein, wie zum Beispiel zielgruppengerechte Angebote, Qualifikation des Übungsleiters, Gruppengröße, Rhythmus und Dauer der Programme und ein begleitendes Qualitätsmanagement.
Weitere Informationen:
- www.sportprogesundheit.de
- In anderen Bundesländern: Seit 2005 wird in einigen Landessportbünden ein „Rezept für Bewegung“ umgesetzt. Wie in Bayern können i.d.R. in Kooperation mit Landesärztekammer und der Landesarbeitsgemeinschaft für Gesundheit – interessierte Ärzte mittels einer Software ein „Rezept für Bewegung“ ausstellen, das dem Patienten Bewegung „verordnet“. Neben dem Rezept erhält der Patient eine Liste sämtlicher passender Vereinsangebote in seiner Nähe, um den Zugang zum Sportangebot so leicht wie möglich zu gestalten. Verwiesen wird vorrangig auf die mit dem Qualitätssiegel SPORT PRO GESUNDHEIT zertifizierten Angebote.
Außer in Bayern wird diese Idee in Berlin, Hamburg, Hessen, NRW, Thüringen und Schleswig-Holstein umgesetzt. In den bislang schon aktiven LSB variiert die Umsetzung des Rezeptes sowohl hinsichtlich der inhaltlichen Ausrichtung (Zielgruppe, Anbindung an das Qualitätssiegel SPORT PRO GESUNDHEIT) als auch hinsichtlich der jeweiligen Marketingstrategie.
- Bayern: www.blaek.de > Prävention: Rezept als PDF-Datei herunterladen
- Berlin
- Bremen (Rezeptmaterialien ab 23.11.2011)
- Hamburg
- Hessen
- NRW
- Schleswig-Holstein
- Thüringen

