Netzwerkakteure und Interessensgruppen

Um die richtigen Akteure für das Netzwerk identifizieren zu können, kann es hilfreich sein, sich einige Fragen zu deren Eignung zu stellen. Neben den eigentlichen Akteuren im Netzwerk, sind auch sog. Interessensgruppen für das Netzwerk von Bedeutung.

1. Netzwerkakteure bestimmen

Zunächst gilt es, sich einen Überblick zu verschaffen, welche Akteure für das zu bearbeitende Themenfeld relevant und vor Ort aktiv sind. Gerade zu Beginn eines Netzwerks ist es wichtig, sich über bereits bestehende Strukturen und Angebote zu informieren, um keine parallelen Strukturen aufzubauen.

Zielführend für die Sammlung können dabei folgende Aspekte sein:

  • Fachwissen
  • Know-how und Erfahrung
  • Zugang zur Zielgruppe
  • ergänzende Angebote
  • strukturelle Vorteile (z. B. Vertriebswege, Kapazitäten)
  • Bekanntheit
  • Flexibilität, Erfahrungen mit Kooperationen

Um einschätzen zu können, ob bei dem jeweiligen Akteur ein Interesse für eine Mitarbeit besteht oder dieser Akteur dem Netzwerk besonderen Nutzen bringt, kann es helfen sich zunächst einige Schlüsselfragen zu beantworten.

Dabei spielen verschiedene Aspekte eine Rolle: Welche Akteure sind bislang beteiligt? Wer sollte noch für das Netzwerk gewonnen werden?

  • Welche Interessen hat der Akteur und inwieweit decken sich diese mit denen des Netzwerks?
  • Welchen Nutzen kann ihm das Netzwerk bieten?
  • Welche Stärken (Ressourcen, Kontakte, Wissen, Engagement) kann der Akteur in das Netzwerk einbringen?
  • Welche für das Netzwerk relevante Schwächen hat der Akteur? Können diese ausgeglichen werden bzw. überwiegen diese die Stärken?
  • Welche Befürchtungen könnte der Akteur haben und wie können diese abgebaut werden?

Auch im späteren Verlauf der Netzwerkarbeit kann es notwendig werden, neue Akteure zu gewinnen. Auch dann stellen sich dieselben Fragen und sollten mit gleicher Sorgfalt beantwortet werden, um mögliche Störungen im Netzwerk zu vermeiden.

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2. Interessensgruppen ("Stakeholder") bestimmen

Die Interessensgruppen oder "Stakeholder" (engl. Teilhaber)  sind nicht unmittelbar Teil des Netzwerks, können aber wichtige Funktionen für das Netzwerk übernehmen. Zum Beispiel kann dies der Bürgermeister oder die Landrätin sein, die das Netzwerk als Schirmherren unterstützen sollen. Genauso kann es aber auch eine Bürgerinitiative oder ein wichtiger Verein sein, der sich für ein ähnliches Anliegen einsetzt. Manchmal ist es aber auch die "Bäckersfrau" oder eine andere -"regionale Prominenz", die großen Einfluss auf das Gelingen der Netzwerkarbeit haben kann.

Die Umfeldanalyse ist ein Instrument, anhand dessen man die relevanten Beziehungen im Umfeld eines Netzwerks oder Projekts sichtbar macht und charakterisiert. Ziel ist es, wichtige Interessensgruppen zu identifizieren und deren Einfluss auf das Vorhaben einzuschätzen.

Im Mittelpunkt der Analyse steht das Netzwerk, um das herum die einzelnen Interessensgruppen angeordnet werden.

Alle Systeme und Personen, die für das Netzwerk relevant erscheinen, werden zusammengetragen.

  1. Als nächstes wird die Bedeutung der jeweiligen Interessensgruppe für das Netzwerk bestimmt. Dies wird durch Festlegen der Entfernung zum Netzwerk sichtbar gemacht.
  2. Schließlich erfolgt die Bewertung der Beziehungen: harmonische, positive Beziehung (förderlicher Einfluss), problematische und konfliktreiche Beziehungen (hinderlicher Einfluss), neutrale oder nicht bewertbare Beziehungen.

Anschließend können Strategien formuliert werden, wie der positive Einfluss auf das Netzwerk verstärkt und der negative Einfluss verringert, vermieden oder ins Positive umgekehrt werden kann. Bei neutralen Beziehungen hängt es von der Bedeutung ab, welche Strategie verfolgt werden soll.

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Weiterbildung Kommunale Gesundheitsmoderation

Die Weiterbildung Kommunale Gesundheitsmoderation wurde 2013/14 im Rahmen von IN FORM entwickelt und erprobt. Sie richtet sich an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus kommunalen Verwaltungen, die für die Gesundheitsförderung in ihrer Kommune zuständig sind und eine ressortübergreifende Strategie entwickeln möchten.

 

© Andreas Gärtner

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